Theorien entstehen in konkreten sozialen Kontexten, sind geprägt von unterschiedlichen Perspektiven und politischen Konjunkturen. Von dieser Einsicht ausgehend lädt das DFG-Netzwerk POPMAP (Poststrukturalistische Protest- und Bewegungsforschung: Ein multiperspektivischer Analyseansatz) zu einem öffentlichen Gespräch mit drei Wissenschaftlerinnen aus unterschiedlichen kritisch-feministischen Traditionen des Poststrukturalismus ein: Martha Zapata Galindo (FU Berlin), Isabell Lorey (Kunsthochschule für Medien Köln) und Friederike Habermann (Hochschule Darmstadt). Die Moderation übernimmt Fabian Schuppert (Universität Potsdam).
Seit jeher stehen poststrukturalistische Theorien und soziale Bewegungen in engem Austausch miteinander. Theoriebildung wird von sozialen Bewegungen und Protesten geprägt, u. a. von den Neuen Sozialen Bewegungen der 1970er, migrantischen Kämpfen und dem Klimastreik. Zugleich finden Begriffe, Argumente und Denkansätze, die theoretisch entwickelt wurden, Eingang in die Praktiken und das Vokabular von Sozialen Bewegungen, um z. B. die machtdurchdrungene Produktion von Identitäten und gesellschaftlichen Realitäten kritisieren zu können. Trotz dieser engen Beziehungen zwischen sozialen Bewegungen und Theorie ist eine poststrukturalistische Bewegungsforschung im deutschsprachigen Raum unterrepräsentiert. Aus dieser Einsicht heraus hat sich das DFG-Netzwerk POPMAP gegründet, das diese Veranstaltung organisiert.
Ausgehend von den eigenen Erfahrungen und Perspektiven in wissenschaftlichen und aktivistischen Kontexten möchten wir uns gemeinsam mit den geladenen Gästen und dem Publikum der Beziehung zwischen Praxis und Theorie widmen. Das Veranstaltungsformat haben wir bewusst offen gehalten: ein Gespräch, das in eine kollektive Runde mit Raum für Beiträge und Fragen aus dem Publikum übergeht. Wir möchten insbesondere auch AktivistInnen und politisch interessierte Menschen mit einem nicht-akademischen Hintergrund zu einer Teilnahme an der Diskussion ermutigen.
Im Anschluss laden wir herzlich zu einem Getränk und Snacks ein.
Das wissenschaftliche Netzwerk POPMAP ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Netzwerk aus 20 WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen aus dem deutschsprachigen Raum, das aus einer poststrukturalistischen Perspektive soziale Bewegungen, Selbstorganisierungsprozesse und widerständige (Alltags-)Praxen erforscht. Das Netzwerk ist aus dem Arbeitskreis „Poststrukturalistische Perspektiven auf Soziale Bewegungen“ des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) hervorgegangen.
Kontakt Dr. Judith Vey, Universität Bremen/BTU Cottbus - Senftenberg, vey@b-tu.de
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)