Wolfgang Borcherts einziges Theaterstück ist mehr als ein Klassiker der Nachkriegsliteratur: „Draußen vor der Tür“ ist ein poetischer Aufschrei gegen das Verstummen, gegen das Wegsehen, gegen das Verdrängen. Geschrieben 1947, wenige Monate vor Borcherts frühem Tod, ist dieses Stück heute aktueller denn je. Beckmann kommt mit 25 Jahren körperlich und seelisch lädiert aus der Kriegsgefangenschaft zurück nach Hause, doch statt Rückhalt oder Verständnis findet er nur Ablehnung. Seine Mitmenschen haben die Vergangenheit längst verdrängt. In einer traumähnlichen Wanderung begegnet Beckmann nicht nur Menschen, sondern auch überhöhten Figuren, wie dem Tod, der Elbe, Gott – und dem Anderen, einer gespiegelten Version seiner selbst. Dabei öffnet sich eine vielschichtige theatrale Welt zwischen Realismus, Groteske und Lyrik – voller Sprachkraft, Widerstand und existenzieller Tiefe.
Das NEUE GLOBE THEATER, 2015 von Andreas Erfurth, Sebastian Bischoff und Kai Frederic Schrickel gegründet, ist eine freie schauspielergeführte Theatertruppe aus Potsdam, die aus dem Ensemble von „Shakespeare und Partner“ in Berlin hervorgegangen ist. Mit Borcherts Drama bringt das NEUE GLOBE THEATER mit großer Klarheit, sprachlicher Intensität und emotionaler Unmittelbarkeit ein forderndes Werk über die existenziellen Folgen von Krieg auf die Bühne – ein gesellschaftlich relevantes, ästhetisch starkes Statement.
Regie, Bearbeitung Kai Frederic Schrickel Spiel Andreas Erfurth, Moritz Gehrckens, Leonard Göpfert, Rosemarie Klinkhammer, Anja Lemmermann, Marco Litta, Laurenz Wiegand Ausstattung Hannah Hamburger Musik Tilman Ritter Ton, Technik Max Weber Licht Christian Maith Regieassistenz Judith Bethke Produktion NEUES GLOBE THEATER
Eintritt: Erwachsene 21 Euro / ermäßigt 14 Euro (Abendkasse +2 Euro)